Montag, 3. Juli 2017

Rezension: Auf eine wie dich habe ich lange gewartet

Titel: Auf eine wie dich habe ich lange gewartet
Autorin: Patrycia Spychalski
Preis: 9.99€
Verlag: cbt
Seiten: 320
Ausgabe: Broschiert
Genre: Liebe, Jugendbuch
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Klappentext:

Ab ans Ende der Welt, heißt es für Großstadtmädchen Laura – dort, wo sich höchstens die Wildgänse und Mamas neue Hühner gute Nacht sagen. Wie soll sie es da nur aushalten? Aber das piefige Kaff hat dann doch etwas zu bieten: Enzo, den süßen Neffen des Pizzeriabesitzers, und Irina, das hübsche, durchgeknallte Mädchen, mit dem Laura sich auf Anhieb versteht, Musik hört, am Bach herumliegt und … dann passiert es: Auf einer Party küsst Irina Laura – und Laura küsst Irina. Doch so unerwartet schön, so schrecklich verwirrend sind ihre Küsse auch. Bin ich lesbisch?, googelt Laura. Und wenn ja, warum dann dieses irre Kribbeln, wenn sie Enzo sieht?

Meinung:

Das Cover ist ganz nett. Es ist jetzt nicht besonders toll, aber es passt ganz gut zum Genre und macht insgesamt einen hübschen Eindruck.

Inhalt: Laura zieht mit ihren Eltern in ein Dorf. Sie ist da absolut gegen, weil sie sich nicht von ihren Freunden trennen will und ganz sicher nicht aus der Großstadt wegziehen will. Nichtsdestotrotz muss sie sich damit arrangieren und schnell entdeckt sie positive Aspekte an ihrem neuen Wohnort, denn es gibt dort den süßen Enzo, dem sie sofort verfällt, und die durchgeknallte Irina. Alles ist eigentlich gut, bis Irina Laura auf einer Party plötzlich küsst! Laura ist schockiert, denn wenn sie ehrlich zugibt, hat ihr der Kuss eindeutig gefallen und sie hätte nichts dagegen das Ganze zu wiederholen. Ist sie deswegen jetzt lesbisch? Und warum fühlt sie sich trotzdem gleichzeitig auch noch zu Enzo hingezogen?

Einstieg: Ich habe das Buch einfach mal bei Rebuy mitbestellt, weil es sehr günstig war und ich dachte, dass es ein schön lockeres Sommerbuch sein könnte. Man kommt auch unheimlich schnell ins Buch herein, weil der Schreibstil sehr angenehm zu lesen ist und die Protagonistin auf den ersten Blick ziemlich sympathisch wirkt.

Laura ist eine recht gut ausgearbeitete Protagonistin. Ich finde ihre Gefühle, die sie empfindet, weil sie nicht weiß, ob sie jetzt hetero- oder homosexuell ist, waren wirklich realistisch dargestellt, sodass man das der Protagonistin auch wirklich abgenommen hat. Insgesamt fand ich Laura auch ganz sympathisch, weil sie ein nettes Mädchen ist, mit dem sich sicherlich sehr viele Mädchen identifizieren können, allerdings muss ich auch zugeben, dass sie mich teilweise auch mal genervt hat, weil ich nicht nachvollziehen konnte, warum sie jetzt so handelt.

Irina ist ausgefallen und macht einen ziemlich coolen Eindruck. Sie kommt allerdings mit niemandem in der Schule so richtig zurecht und gilt daher als Außenseiter. Zuerst mochte ich sie wirklich ganz gerne, aber je weiter das Buch vorangeschritten ist, desto suspekter wurde mir dieses Mädchen. Auch sie hat vor Laura noch nie ein Mädchen geküsst, aber sie scheint das auch nicht so sehr zu belasten wie sie. Ich fand Irina teilweise echt ziemlich komisch und habe gar nicht verstanden, warum sie gewisse Dinge getan hat. Ich bin aus ihr das ganze Buch über nicht so richtig schlau geworden und muss am Ende sagen, dass ich sie insgesamt einfach unsympathisch fand.

Enzo ist ein sympathischer Charakter, der für mich so ein bisschen den typischen Jungen verkörpert hat. Ich fand ihn jetzt nicht besonders toll, aber er ist okay. Besonders gut ausgearbeitet ist Enzo allerdings nicht, denn an ihm ist irgendwie nichts, was einem in Erinnerung bleibt, sondern er entspricht einfach dem Typus eines "normalen" Jungen. Insgesamt ist der Charakter leider nur recht oberflächlich.

Die Story hat sich meiner Meinung nach ganz interessant angehört und ich war gespannt, was mich erwarten würde. Es ist ein Buch darüber, wie man versucht seine eigene Sexualität zu finden und dass man nicht jeden in eine Schublade stecken kann. Die Message des Buches finde ich wirklich gut, aber man hätte da noch so viel mehr rausholen können, denn insgesamt ist es leider nur so la la. Größtenteils war das Buch unterhaltsam und ich habe es gerne gelesen, aber es hatte auch ein paar Längen, an denen das Buch einfach nicht besonders spannend und interessant war. Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, weil sich das Buch so unheimlich leicht lesen lässt und man hat es daher auch sehr schnell durch.

Fazit:

Die Grundidee des Buches finde ich wirklich klasse, doch die Umsetzung ist leider nicht ideal, weil ich die Charaktere teilweise ziemlich unsympathisch fand und ich konnte einige Handlungen nicht ganz nachvollziehen. Der Schreibstil ist dahingegen super und größtenteils ist das Buch auch ganz unterhaltsam. Man kann es gut mal eben so zwischendurch lesen.

Bewertung:
 
3 von 5 Sternen 

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